biologisch, psychologisch und sozial erklären, verstehen und verändern

Fachtagung 15. Mai 2014

Psychiatrie in der Gesellschaft: Historische Anamnese und aktueller Befund

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe begeht 2014 ein doppeltes Jubiläum:  Zum 200. Male jährt sich die Gründung der Klinik Marsberg (1814) als erstes psychiatrisches Krankenhaus in Westfalen und damit markanter Meilenstein am Beginn der „modernen“ Geisteskrankenfürsorge. Die 150 Jahre zurückliegende Errichtung der Klinik Lengerich (1864) leitete die Weiterentwicklung zu einem regional übergreifenden, am damals vorherrschenden Gedanken der Exklusion psychischer Krankheit, Behinderung und Abweichung orientierten Anstaltssystem ein.

Der LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen steht historisch in der Tradition der damals geschaffenen Versorgungsstruktur. Gleichzeitig hat er seit den 1960er/70er Jahren selbst mit zu deren Überwindung beigetragen. Grund genug also für eine kritische Rückschau, aber auch für eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Psychiatrie und Gesellschaft heute.

Die Tagung gründet sich auf das „biopsychosoziale Modell“ der Psychiatrie, d. h. die biologischen Erklärungsansätze psychischer Handicaps, das psychologische Verstehen seelischen Krankseins sowie die sozialpsychiatrischen Krankheits- und Handlungskonzepte werden gleichermaßen in den Blick genommen. Dies geschieht in einem vielseitigen spannenden Zugriff:  Renommierte Vertreterinnen und Vertreter aus den medizinisch-psychiatrischen Disziplinen und den Geschichts- und Kulturwissenschaften diskutieren im Tandem und dann im Dialog mit Betroffenen, Angehörigen und Vertretern des LWL und seiner Kliniken.

Wir freuen uns auf einen lebendigen Austausch historischer wie aktueller Erkenntnisse und Positionen.